Das Haus beginnt beim Menschen
Zuerst fragen wir, wie Sie leben werden. Erst danach, was in die Wand kommt.
Mit der Planung eines intelligenten Hauses beginnen wir nicht mit der Frage, wie viele Schalter es geben oder wo der Verteiler stehen soll. Wir beginnen mit der Frage, wie die Menschen im Haus leben werden.
Wie sieht ihr Alltag aus? Wann stehen sie auf und wann gehen sie schlafen? Wie nutzen sie die einzelnen Räume, wo arbeiten sie, wo entspannen sie sich, wo kommt die Familie zusammen? Welche Anforderungen haben sie an den Wärmekomfort, die Privatsphäre, die Sicherheit und die Beleuchtung? Was möchten sie selbst bedienen und was soll umgekehrt automatisch funktionieren, ohne dass sie daran denken müssen?
Erst aus den Antworten auf diese Fragen entsteht die technische Aufgabenstellung. Ein Haus soll keine Ansammlung von Technologien sein, deren Bedienung man erst lernen muss. Technologien sollen sich dem Menschen und seiner Lebensweise anpassen.
Aus den Gesprächen entsteht nach und nach eine sehr konkrete Anforderungsliste für praktisch alles, wodurch im Haus – mit etwas Übertreibung – Strom fließt: Beleuchtung, Steckdosenstromkreise, Datennetz und Wi-Fi, Heizung und Kühlung, Wärmeerzeuger, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Beschattung, Alarmanlage, Kamera- und Zutrittssystem, Audio und weitere Technologien. Und vor allem dafür, wie all diese Systeme zusammenarbeiten sollen.
Danach fragen wir
Tagesrhythmus
Aufstehen, Aufbrechen, Heimkommen, Abende, Nächte, Wochenenden, Arbeit von zu Hause.
Nutzung der Räume
Wer nutzt sie wann und wofür? Wo ist Privatsphäre wichtiger als Aussicht?
Komfort
Temperatur in den einzelnen Räumen, Luftqualität, Licht tagsüber und am Abend.
Sicherheit und Privatsphäre
Alarmanlage, Zutritt, Kameras, Schutz vor Wasseraustritt.
Manuell oder automatisch
Was möchte man selbst kontrollieren und was soll das Haus selbst übernehmen?
Was später dazukommt
Photovoltaik, Batterie, Wallbox, Pool, Gartentechnik. Auch für das, was heute noch nicht angeschafft wird, lässt sich bereits heute vorsorgen.
So zeigt es sich im Alltag
Wenn man nachts aufsteht, schaltet sich nur ein gedämpftes Orientierungslicht ein. Es weckt niemanden, und niemand muss nach einem Schalter suchen.
An einem Sommernachmittag fahren die Jalousien an der besonnten Fassade herunter, bevor sich der Raum überhitzt. Wenn starker Wind aufkommt, fahren sie in eine sichere Position.
Beim Verlassen des Hauses schaltet ein einziger Taster alle Lichter aus, versetzt die Heizung in den Absenkbetrieb, prüft die Fenster und schaltet die Alarmanlage scharf. Das Haus weiß, dass niemand da ist, und verhält sich entsprechend.
Technologien sind kein Selbstzweck, sondern ein Mittel. Ein gut geplantes intelligentes Haus erkennt man nicht an der Zahl der Funktionen in der App, sondern daran, wie wenig sich seine Bewohner darum kümmern müssen.
Ein Haus, viele separate Systeme
Jedes Gewerk arbeitet fachgerecht. Doch niemand muss das Haus als Ganzes betrachten.
Die technische Ausstattung eines gewöhnlichen Einfamilienhauses entsteht nicht als Ganzes. Sie entsteht nach Gewerken.
Der Heizungsbauer plant den Wärmeerzeuger und die Raumregelung. Das Gewerk Lüftungstechnik plant das Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung, eigenen Sensoren und eigener Bedieneinheit. Der Anbieter der Beschattung liefert Motoren und ihre Bedienung. Der Elektriker bereitet die Leitungen, Schalter und Dimmer vor. Das Alarmanlagenunternehmen installiert eine Zentrale, Melder und ein Bedienteil. Dabei arbeitet jedes Unternehmen fachgerecht und korrekt innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs.
Das Problem liegt nicht in der Qualität der einzelnen Gewerke. Das Problem ist, dass jedes Unternehmen sein eigenes System, seine eigene Kostenaufstellung und seine eigene Bedienung behandelt und niemand sich umfassend damit befassen muss, wie das Haus als Ganzes funktionieren wird.
Das Ergebnis können mehrere separate Technologien sein, dazu zahlreiche Sensoren, Thermostate, Bedienelemente und Apps, die überhaupt nicht miteinander kommunizieren.
Ein Raum, fünf Systeme
In einem gewöhnlichen Wohnzimmer können ein Heizthermostat zur Temperaturmessung, ein Sensor und eine Bedieneinheit für die Lüftung mit Wärmerückgewinnung zur Messung von CO₂ oder Luftfeuchtigkeit, eine Jalousiesteuerung, mehrere Schalter und Dimmer für einzelne Lichtkreise sowie ein Bewegungsmelder der Alarmanlage zusammentreffen. Fünf Geräte, von denen jedes etwas über denselben Raum weiß. Und keines davon teilt diese Information mit den anderen.
Typische Folgen
- Doppelte Sensoren, die für verschiedene Systeme dasselbe messen.
- Mehr Bedienelemente an den Wänden, jedes mit einer anderen Bedienlogik.
- Systeme, die nichts voneinander wissen: Jalousien fahren wegen der Sonne herunter, während das Licht mit voller Helligkeit leuchtet; die Kühlung läuft bei geöffnetem Fenster.
- Mehrere Apps, eine für jede Technologie.
- Geteilte Verantwortung: Jedes Gewerk betreut nur seinen eigenen Teil, auch bei der Wartung.
- Aufgeteilte Kostenaufstellung: Die Kosten stehen in den Kostenaufstellungen verschiedener Anbieter (Kapitel 04).
Integrierte Steuerung statt Vervielfachung der Technik
Ein Sensor misst einmal. Die Information kann das ganze Haus nutzen.
Bei einem gut geplanten Smart Home gehen wir umgekehrt vor. Zuerst planen wir, wie das ganze Haus funktionieren soll, und wählen erst danach die Technologien aus, die dies ermöglichen.
Wir versuchen, die gemeinsame Infrastruktur optimal zu nutzen, Informationen zwischen den Systemen zu teilen und unnötige Doppelungen zu vermeiden.
Gemeinsame Infrastruktur
Eine durchdachte Verkabelung, ein zentraler Verteiler mit Steuerungssystem und festgelegte Schnittstellen zu den einzelnen Technologien.
Geteilte Informationen
Ein Sensor kann mehreren Technologien Informationen bereitstellen.
Eine Logik
Die zentrale Steuerung sorgt dafür, dass die Systeme zusammenarbeiten, statt jeweils getrennt oder gegeneinander zu arbeiten.
Ein zentraler Verteiler mit Steuerungssystem ist eine übliche und funktionale Lösung, auch für größere Einfamilienhäuser. Entscheidend ist eine hochwertige Planung von Anfang an: die Dimensionierung des Verteilers, Platzreserven, Kabelwege, Stromversorgung, Absicherung und thermische Verhältnisse. Die konkrete Anordnung der Infrastruktur richtet sich immer nach den technischen Anforderungen des Projekts; die integrierte Steuerung setzt dabei nicht zwingend einen einzigen physischen Verteiler voraus.
Ein passend ausgewähltes Bedienelement kann Beleuchtung, Jalousien und Temperatur steuern. Ein Sensor misst einmal, und die Information kann das ganze Haus nutzen. Und eine zentrale Logik kann dafür sorgen, dass alle Systeme zusammenarbeiten.
Die gemeinsame Nutzung von Informationen richtet sich immer nach den Eigenschaften des Sensors, seiner Position und den Anforderungen der einzelnen Funktionen.
Das bedeutet nicht, dass ein Smart Home keine Verkabelung, Sensoren oder weitere Hardware benötigt. Es bedeutet, dass wir genau so viele Geräte einsetzen, wie tatsächlich nötig sind, und ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Einige Geräte bleiben separat, weil es ihre Funktion, die Sicherheit oder der Hersteller erfordert.
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Hausschnitt · illustratives Schema
Jedes Gewerk hat eigene Sensoren, eigene Bedienelemente und eine eigene Leitung zu seiner Steuereinheit.
Das Schema lässt sich seitlich verschieben. Räume und Elemente können Sie unten auswählen.
Das Schema ist eine grafische Darstellung. Dieselben Informationen enthält die Liste der Räume und Elemente unter dem Schema.
Anzahlen im illustrativen Modell · keine Mess- oder Planungsdaten
Legende
Weniger Bedienelemente bedeuten nicht automatisch weniger Sensoren. Die Anzahl der Sensoren kann ähnlich bleiben, doch jeder Sensor dient mehreren Funktionen: Ein Präsenzmelder überwacht das Haus im Scharfmodus und steuert ansonsten Licht und Heizung.
Wohnzimmer und Küche
Thermostat, Jalousiesteuerung, drei Schalter und Dimmer, Bedieneinheit und Sensor für die Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Melder und Fensterkontakt der Alarmanlage. Fünf Systeme in einem Raum.
- Heizung und Kühlung
- Beschattung
- Beleuchtung
- Beleuchtung
- Beleuchtung
- Lüftung mit Wärmerückgewinnung
- Lüftung mit Wärmerückgewinnung
- Alarmanlage
- Alarmanlage
- Beschattung
- Beschattung
Beispiele für Verknüpfungen und ihre Bedingungen
Sensoren messen die Temperatur in den Räumen und können in Bedienelemente an der Wand integriert sein. Anhand dieser Werte steuert das zentrale System die Ventile der einzelnen Kreise und sendet Anforderungen an den Wärmeerzeuger oder die Kältequelle. Ist ein Fenster im Raum geöffnet, kann die Regelung dort Heizung und Kühlung begrenzen.
Der Wärmeerzeuger muss eine externe Steuerung ermöglichen (zum Beispiel Modbus, 0–10 V oder einen potenzialfreien Kontakt). Seine interne Regelung und die Schutzfunktionen bleiben in der Zuständigkeit des Herstellers; das zentrale System soll nicht mit ihnen „kämpfen“. Bei Flächenkühlung ist ein Schutz vor Kondensation erforderlich: Messung der Temperatur und relativen Luftfeuchtigkeit, Berechnung des Taupunkts und Begrenzung des Kühlbetriebs.
Die in wichtigen Räumen gemessenen CO₂-Werte und die Luftfeuchtigkeit steuern die Lüftungsleistung. Dieselben Daten können weiteren Funktionen dienen, zum Beispiel der Anzeige der Luftqualität oder einer Warnmeldung.
Das Gerät muss über eine geeignete Schnittstelle zur externen Steuerung von Leistung und Betriebsarten verfügen, und der Hersteller muss eine solche Steuerung unterstützen. Wartungs- und Schutzfunktionen des Geräts (Filter, Abtauen, Schutzfunktionen) bleiben in seiner eigenen Steuerelektronik.
Die Jalousien werden von demselben System gesteuert, das bereits Beleuchtung, Heizung und Lüftung steuert. Mit einem einzigen Befehl lassen sie sich alle gemeinsam bedienen, Szenen beziehen sie in Alltagssituationen ein, und die Automatik reagiert auf Sonneneinstrahlung und Temperatur. Im Sommer arbeitet die Beschattung so mit der Kühlung zusammen und hilft, eine Überhitzung zu begrenzen; im Winter kann sie Sonnenwärme hereinlassen.
Für die zentrale Steuerung geeignete Motoren, ein Kabel zu jedem Motor, Ausgänge im Verteiler und eine korrekt positionierte Wetterstation. Schutzreaktionen auf Wind oder Vereisung richten sich nach den Möglichkeiten der eingesetzten Technologie.
Mit einem einzigen Taster lässt sich eine Lichtszene aktivieren, die alle Stromkreise gleichzeitig einstellt – jeden auf eine andere Lichtintensität oder Lichtfarbe. Anwesenheit und Tageslicht bestimmen, wann das Licht eingeschaltet wird; das Zeitprofil bestimmt, wie. Bei geeigneter Planung kann sich auch der Charakter der Beleuchtung an die Tageszeit anpassen (ausführlich in MINALOX Healthy Living).
Dimmbare Leuchten und mit der eingesetzten Steuerung kompatible Treiber (zum Beispiel DALI oder 24 V) sowie eine entsprechende Leitungsführung der Stromkreise. Die Leuchte allein sorgt nicht für den Tagesverlauf des Lichts; dazu ist eine Steuerung erforderlich.
In einem integrierten Haus ist die Alarmanlage eine der Funktionen des Steuerungssystems. Präsenzmelder, die das Licht einschalten und den Absenkbetrieb der Heizung steuern, überwachen das Haus im scharfgeschalteten Zustand. Ein Fensterkontakt dient sowohl der Alarmanlage als auch der Regelung. Ein Alarm kann alle Lichter einschalten, die Jalousien hochfahren und eine Benachrichtigung senden.
Eine integrierte intelligente Steuerung kann bei richtiger Planung auch eine vollwertige Alarmanlage für ein gewöhnliches Einfamilienhaus ermöglichen. Eine separate Alarmzentrale muss daher nicht unbedingt erforderlich sein. Entscheidend sind die Qualität der Planung, der eingesetzten Komponenten und der Ausführung sowie die konkreten Sicherheitsanforderungen des Gebäudes.
Wassermelder, ein Impulswasserzähler und ein elektrisch betätigtes Wasserabsperrventil können zusammenarbeiten: Bei einem Leck oder einer ungewöhnlich langen Wasserentnahme warnt das Haus gegebenenfalls und sperrt die Wasserzufuhr. Ebenso lassen sich Störungen der Wärmepumpe, des Lüftungsgeräts mit Wärmerückgewinnung oder von Pumpen überwachen.
Ein elektrisch betätigtes Ventil, ein definierter sicherer Zustand und die Möglichkeit zur manuellen Notbetätigung sind erforderlich. Störungssignale muss die Technologie über eine geeignete Schnittstelle bereitstellen.
Was die zentrale Steuerung nicht ersetzt
Integration bedeutet Koordination, nicht den Ersatz von allem.
- die interne Regelung und Schutzfunktionen von Wärmeerzeugern, Lüftungsgeräten und Antrieben,
- Brandmeldeanlagen und weitere Systeme, die durch Vorschriften gefordert sind,
- normgerechte Anforderungen an die Elektroinstallation und deren Prüfung,
- Funktionen, für die der Gerätehersteller keine externe Steuerung ermöglicht.
Die Prinzipien dieses Kapitels sind nicht an eine bestimmte Marke gebunden. Als Beispiel für eine verwendete Plattform: In unseren Projekten arbeiten wir häufig mit dem Steuerungssystem Loxone. Es ist nicht die einzige Möglichkeit; die Wahl der Plattform richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Hauses.
Die tatsächlichen Kosten eines konventionellen Hauses
Jede einzelne Position ist sinnvoll. Das Problem entsteht erst, wenn man alles zusammenrechnet.
Bei einem konventionellen Haus sieht der Bauherr die tatsächlichen Kosten aller Technologien oft überhaupt nicht an einem Ort. Es gibt eine Position mit der Bezeichnung Elektroinstallation, doch ein großer Teil der damit verbundenen Kosten verteilt sich auf die einzelnen Gewerke.
Wenn wir ein einfaches Haus mit einigen Steckdosen, Schaltern, einer Grundbeleuchtung und einem gewöhnlichen Thermostat bauen, ist eine solche Elektroinstallation natürlich günstiger. Das ist vollkommen logisch.
Sobald wir uns jedoch mit einem modernen Einfamilienhaus mit Wärmepumpe, individueller Temperaturregelung in den Räumen, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Alarmanlage, elektrischen Jalousien, Kameras und hochwertiger dimmbarer Beleuchtung befassen, ändert sich die Situation sehr schnell.
Heizung und Kühlung
Der Heizungsbauer oder Sanitärbetrieb liefert die Wärmepumpe und dazu die Regelung der einzelnen Räume: Raumthermostate, gegebenenfalls eine eigene Steuerungseinheit und Stellantriebe.
Wenn der Bauherr nicht die absolut günstigsten Raumthermostate möchte, ist der Betrag pro Raum nicht unerheblich. Jedes Thermostat muss gekauft, angeschlossen, installiert und konfiguriert werden.
Ein Smart Home verfügt oft bereits über Informationen zur Temperatur in den einzelnen Räumen und kann die Heizungsregelung zentral übernehmen. Warum also eine weitere separate Infrastruktur anschaffen?
Der Wärmeerzeuger behält seine eigene Regelung und seine Schutzfunktionen. Einige Hersteller verlangen für bestimmte Funktionen eine eigene Bedieneinheit oder einen Referenzfühler. Der Umfang der externen Steuerung muss für das konkrete Modell geprüft werden.
Lüftung mit Wärmerückgewinnung
Das Gewerk Lüftungstechnik muss die Lüftung mit Wärmerückgewinnung regeln und verteilt daher eigene Sensoren für Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder CO₂ im Haus und ergänzt eine eigene Bedieneinheit.
Plötzlich haben wir weitere Geräte, zusätzliche Verkabelung, eine weitere Regelung und zusätzliche Bedienelemente. Gerade Luftqualitätssensoren sind dabei oft recht teuer.
Ein gut geplantes System kann Informationen geeigneter Sensoren gleichzeitig für mehrere Zwecke nutzen, zum Beispiel für die Steuerung der Lüftung, der Heizung und weiterer Funktionen.
Das gilt unter der Voraussetzung, dass die einzelnen Technologien kompatibel sind und ihre Hersteller eine solche Steuerung ermöglichen. Die Bedieneinheit des Geräts kann für Wartungszwecke erhalten bleiben.
Beschattung
Der Anbieter der Beschattung liefert Motoren und die dazugehörige Bedienung: einen Taster am Fenster, eine Fernbedienung, gegebenenfalls eine eigene Steuerungseinheit oder smarte Motoren mit App. So lassen sich die Jalousien bequem, aber weiterhin separat bedienen.
Eine echte Automatisierung, also zentrale Bedienung, Szenen oder eine Reaktion auf Sonneneinstrahlung, erfordert häufig zusätzliche Steuerungseinheiten, Sensoren, Zubehör oder teurere Motoren. An der Wand kommt außerdem ein weiteres Bedienelement hinzu, neben Lichtschalter, Thermostat und einer möglichen Bedieneinheit für die Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Jedes solche Gerät kostet etwas, benötigt oft eine eigene Verkabelung und muss von jemandem installiert werden. Und trotzdem weiß es nichts über den Rest des Hauses.
Die Jalousien werden von demselben System gesteuert, das bereits Beleuchtung, Heizung und Lüftung steuert: zentrale Bedienung aller Jalousien, automatische Szenen, Reaktion auf Sonneneinstrahlung, Zusammenspiel mit Heizung und Kühlung sowie Schutzreaktionen auf Wetterbedingungen entsprechend der eingesetzten Technologie.
Die zentrale Steuerung benötigt ein Kabel zu jedem Motor, Ausgänge im Verteiler und eine Wetterstation. Auch das sind Kosten, die in den Vergleich gehören.
Beleuchtung
Im Wohnzimmer hätten wir gern einen LED-Streifen, über dem Esstisch eine dimmbare Leuchte und dazu dekorative Beleuchtung. Nach und nach kommen weitere Schalter, Dimmer oder Fernbedienungen hinzu. Oft hat jeder Hersteller seine eigene Bedienungsart.
Wenn wir zum Beispiel acht separate Lichtkreise möchten, stellt sich bei herkömmlichen Schaltern sehr schnell die Frage, wie sich das alles bequem bedienen lässt. Wollen wir wirklich acht Schalter an der Wand haben und mehrmals täglich darauf Klavier spielen? Separate Beleuchtungssysteme bieten Dimmen, Gruppen und Szenen, haben aber eigene Bedienelemente und eine eigene App und wissen nichts über den Rest des Hauses.
Mit einem einzigen Taster aktivieren wir eine Lichtszene, die alle Stromkreise gleichzeitig einstellt – jeden auf eine andere Lichtintensität oder Lichtfarbe. Der Hauptunterschied liegt in der Integration: Das Licht berücksichtigt Anwesenheit, Tageslicht und die Position der Jalousien, wird wie der Rest des Hauses bedient und kann sich bei entsprechender Planung auch im Charakter an die Tageszeit anpassen.
Dimmbare Stromkreise erfordern in beiden Varianten kompatible Leuchten, Treiber und eine entsprechende Leitungsführung.
Alarmanlage
Der Anbieter der Alarmanlage verlegt weitere Kabel und verteilt Bewegungsmelder, Magnetkontakte und andere Komponenten im Haus. Häufig sind diese Geräte nicht günstig, und viele davon sind optisch nicht besonders ansprechend.
Ein Bewegungsmelder erkennt zwar, dass sich jemand im Raum bewegt, schaltet aber nicht das Licht ein. Er steuert weder die Jalousien noch hilft er bei der Heizung oder einer anderen Automatisierung. Seine einzige Aufgabe ist die Alarmanlage. Dabei hängt im selben Raum oft ein weiterer Sensor, der die Anwesenheit für die Beleuchtung erfasst.
In einem Smart Home kann das Steuerungssystem die Alarmanlage direkt übernehmen. Ein passend ausgewählter Präsenzmelder dient der Alarmanlage, der Beleuchtung und der Heizung. Fenster- und Türkontakte überwachen sowohl das Haus als auch die Regelung. Eine separate Zentrale, ein Bedienteil und doppelte Melder sind daher möglicherweise nicht erforderlich.
Entscheidend sind die Qualität der Planung und der eingesetzten Komponenten, die Ausführung sowie die konkreten Sicherheitsanforderungen des Gebäudes: Eignung und Positionierung der Melder, Sabotageschutz dort, wo er erforderlich ist, Notstromversorgung, Verhalten bei Ausfällen, Kommunikation und Alarmbenachrichtigung. Ein Sensor für die Beleuchtungsautomatisierung ist nicht ohne Weiteres für jede Alarmfunktion geeignet. Bei Gebäuden mit erhöhten Sicherheitsanforderungen oder besonderen Vorgaben des Versicherers kann eine separate Anlage einer bestimmten Klasse sinnvoll sein; das ist eine individuelle Anforderung und keine allgemeine Regel.
Weitere zugehörige Technologien
Kamerasystem, Zutrittskontrolle und Gegensprechanlage, Garagentor und Einfahrtstor, Energiemessung, Photovoltaik, Wallbox, Wassertechnik, Audio.
Jede dieser Technologien hat eine eigene Bedienung, eine eigene App und häufig auch eigene Sensoren.
Integration ist dort sinnvoll, wo die Technologie eine geeignete Schnittstelle bietet.
Andernfalls genügt es, die Infrastruktur für eine spätere Verknüpfung vorzubereiten. Nicht alles muss oder sollte integriert werden.
So ließe sich noch eine ganze Weile weitermachen. Jede einzelne Position ist sinnvoll und lässt sich begründen. Das Problem entsteht erst, wenn man alles zusammenrechnet.
Warum ein Smart Home teuer wirkt
Eine Kostenaufstellung bedeutet nicht, dass es teurer ist. Sie bedeutet, dass Sie die Gesamtkosten vollständig und früher sehen.
Der Hauptgrund ist die Kostentransparenz.
Die Planung eines Smart Home umfasst eine umfassende Kostenaufstellung. Darin sieht der Bauherr die Kosten des Steuerungssystems, der Sensoren, Bedienelemente, Regelung, Integration, Programmierung und weiterer Technologien. Alles auf einmal an einem Ort. Und dieser Betrag kann ihn auf den ersten Blick erschrecken.
Wenn ihm ein Elektriker eine konventionelle Elektroinstallation plant, nennt dieser zu Beginn oft nur den Preis für die grundlegenden Leitungen. Er wird nicht im Detail mit ihm besprechen, wie der Wärmeerzeuger, die Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die Jalousien oder die Alarmanlage funktionieren sollen. Darum kümmern sich schließlich andere Gewerke.
So bezahlt der Bauherr nach und nach eine Technologie nach der anderen, oft aus ganz unterschiedlichen Kostenpositionen und in verschiedenen Bauphasen. Am Ende des Baus kann sich herausstellen, dass er für all diese Systeme einen sehr ähnlichen Betrag gezahlt hat wie für ein umfassend geplantes Smart Home. Er hat ihn nur nach und nach aufgebracht. Und außerdem ist das Haus voller separater Bedienelemente und Technologien, die nicht miteinander kommunizieren können.
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Wo Kosten anfallen · ohne Beträge
Was der Bauherr üblicherweise zu Beginn sieht.
- Leitungen und SteckdosenstromkreiseVerkabelung
- Schalter und LichtauslässeBedienung
- VerteilerKomponenten
- Montage und PrüfungInstallation
Noch vor Beginn der Umsetzung sollte der Bauherr wissen, was genau er erhält, wie es funktionieren wird und was es kostet. Eine Kostenaufstellung ermöglicht ihm eine rechtzeitige Entscheidung: was vereinfacht, aufgeschoben und nur für später vorbereitet werden soll.
Vergleichen wir Vergleichbares
Zwei Häuser. Gleiche Funktionen. Gesamtkosten.
Wir vergleichen nicht die Kosten eines Smart Home mit den Kosten einer grundlegenden Elektroinstallation. Wir vergleichen die Gesamtkosten zweier Häuser mit einem vergleichbaren Komfortniveau.
Wir müssen die Gesamtinvestition in alle Technologien vergleichen, die wir im Haus nutzen möchten. Und natürlich auch ihre Funktionalität im Ergebnis.
Wenn beide Häuser einen ähnlichen Komfort, eine vergleichbare Regelung, Alarmanlage und Automatisierung bieten sollen, kann der Preisunterschied überraschend gering sein. In manchen Fällen können die Gesamtkosten sogar vergleichbar sein.
Wir behaupten nicht, dass dies immer gilt. Es hängt von der Größe des Hauses, dem Umfang der Technologien, den konkreten Produkten und den Anforderungen des Bauherrn ab. Es stimmt jedoch keineswegs, dass ein Smart Home automatisch eine mehrfach teurere Lösung bedeuten muss.
Gleiche Anforderung, anderer Weg
Jede Funktion lässt sich in dieselbe Kette gliedern: Was misst, was entscheidet, was führt aus und womit bedient der Mensch die Funktion? Erst auf dieser Ebene wird sichtbar, wo Informationen geteilt werden, wo Doppelungen entfallen und was separat bleibt.
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Gleiche Anforderung, anderer Weg
Der Wärmeerzeuger muss eine externe Steuerung ermöglichen. Bei Flächenkühlung ist in beiden Varianten ein Schutz vor Kondensation erforderlich.
Das Kabel zu jedem Motor und die Ausgänge im Verteiler sind Kosten der integrierten Variante.
Das Gerät muss über eine Schnittstelle zur externen Steuerung von Leistung und Betriebsarten verfügen.
Bei richtiger Planung eine vollwertige Alarmanlage für ein gewöhnliches Einfamilienhaus. Entscheidend sind die Qualität der Planung, der Komponenten und der Ausführung.
Auch separate Beleuchtungssysteme bieten Szenen. Der Unterschied liegt in der Integration: Präsenzmelder, die das Haus im scharfgeschalteten Zustand überwachen, werden auch von Beleuchtung, Heizung und Beschattung genutzt.
Optionale Zusatzausstattung
Nicht Teil der verglichenen Aufgabenstellung. Wird immer separat bewertet.
| Funktion | Konventionelles Haus | Integrierte Steuerung |
|---|---|---|
| Dynamisches Licht im Tagesverlauf | wird üblicherweise nicht geplant | Erweiterung der Lichtsteuerung (siehe MINALOX Healthy Living) |
| Mehrschichtige Beleuchtung und komplexe Szenen | Bedienung wäre unpraktisch | Erweiterung, die durch Integration ermöglicht wird |
| Multiroom-Audio | separates System | Erweiterung mit separater Lieferung |
| Energiemanagement (Photovoltaik, Batterie, Wallbox) | separate Systeme | Erweiterung entsprechend den Schnittstellen der Technologien |
| Weitere Automatisierung (Wasser, Bewässerung, Pool) | separate Systeme | Erweiterung je nach Projekt |
Wir vergleichen nicht nur den Preis
Neben den Gesamtkosten beurteilen wir auch die Anzahl der eingesetzten Geräte, den Installationsaufwand, die Bedienmöglichkeiten, das Zusammenspiel der Technologien und den Komfort im Alltag.
Da ein Haus jahrzehntelang genutzt wird, betrachten wir beide Varianten auch langfristig:
- Service und Wartung: Wer betreut das System und wie aufwendig ist das?
- Verfügbarkeit von Ersatzteilen nach jahrelangem Betrieb,
- Lebensdauer und Modernisierung: Was lässt sich wie austauschen oder aktualisieren?
- Künftige Erweiterbarkeit um neue Funktionen und Technologien,
- Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter oder Integrator, bei beiden Varianten.
Es geht nicht darum, dass eine Variante in allen Punkten besser abschneidet. Es geht darum, beide Ansätze gleichermaßen objektiv zu beurteilen.
Regeln für einen fairen Vergleich
- Gleicher Funktionsumfang. Beide Varianten erfüllen dieselbe Aufgabenstellung, nicht mehr und nicht weniger.
- Vergleichbares Qualitätsniveau der Komponenten. Kein Vergleich zwischen dem günstigsten Thermostat und einem hochwertigen Bedienelement – oder umgekehrt.
- Vollständige Kosten auf beiden Seiten. Regelung, Bedienelemente, Sensoren, Verkabelung, Installation, Konfiguration und Inbetriebnahme. Nicht nur die Elektroinstallation selbst, sondern auch die damit verbundenen Lieferungen der einzelnen Gewerke.
- Zusatzausstattung separat. Funktionen über die Aufgabenstellung hinaus werden separat als Optionen bewertet.
- Gleiche Preisgrundlage. Derselbe Zeitraum, derselbe Umfang der Lieferungen und Arbeiten, dieselbe Darstellung der Mehrwertsteuer.
Referenz-Einfamilienhaus
Modellhafte Aufgabenstellung und Methodik. Kein Endpreis.
Für einen fairen Vergleich brauchen wir eine modellhafte Aufgabenstellung, die für beide Varianten gleichermaßen gilt.
Modellhafte Aufgabenstellung
Stellen wir uns ein gewöhnliches modernes Einfamilienhaus vor, für das wir Folgendes voraussetzen:
- Heizung und Kühlung: individuelle Zonenregelung der Temperatur in den einzelnen Räumen.
- Außenjalousien: individuelle Bedienung mit der Möglichkeit zur zentralen Steuerung aller Jalousien.
- Lüftung mit Wärmerückgewinnung: Steuerung der Lüftung nach Luftqualität, mindestens unter Nutzung von CO₂-Sensoren.
- Alarmanlage: vollwertige Alarmanlage mit Bewegungsmeldern, Fenster- und Türkontakten sowie weiteren erforderlichen Komponenten, ausgelegt nach den Risiken des Gebäudes.
- Beleuchtung: mindestens dimmbare Beleuchtung, idealerweise mit der Möglichkeit, grundlegende Lichtszenen zu erstellen.
Marken, Hersteller und konkrete Technologien für die konventionelle Variante wählt die planende Person aus. Es können durchaus Lösungen sein, mit denen sie üblicherweise arbeitet und die sie ihren Kunden empfehlen würde. Wichtig ist nur, dass alle genannten Funktionen tatsächlich funktionieren und der Bauherr ein angemessenes Komfortniveau erhält.
Die Aufgabenstellung umfasst bewusst keine dynamische Beleuchtung, keine komplexen Lichtszenen über die grundlegenden hinaus, kein Multiroom-Audio und keine fortgeschrittene Automatisierung. Diese werden separat betrachtet (Kapitel 08).
Funktionsumfang: Was geteilt wird, was entfällt, was bleibt
Bei einer integrierten Planung werden Geräte der einzelnen Gewerke nicht pauschal entfernt. Für jede Anforderung unterscheiden wir drei Gruppen: Informationen, die gemeinsam genutzt werden können; Doppelungen, die entfallen können; und Geräte, die separat und erforderlich bleiben.
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Referenzhaus · Funktionsumfang nach Anforderungen
Wird geteilt
- Temperatur von Sensoren in gemeinsamen Bedienelementen
- Fensterstatus, sofern die Alarmanlage ihn über eine Schnittstelle bereitstellt, oder von eigenen Kontakten
- Anwesenheit für den Absenkbetrieb
Kann entfallen
- separate Raumthermostate
- separate Steuerungseinheit für die Raumregelung
Bleibt erforderlich
- Wärme- und Kältequelle mit eigener Regelung und Schutzfunktionen
- Stellantriebe der Kreise
- Schutz vor Kondensation bei Flächenkühlung
- Bedieneinheit oder Referenzfühler, falls vom Hersteller vorgeschrieben
Kommt hinzu
- Ausgänge für Stellantriebe
- Schnittstelle zum Wärmeerzeuger
Vergleichsmethodik
- Aufgabenstellung festlegen: Grundriss, Anzahl der Räume und Zonen, Anzahl der Fenster mit Jalousien, Räume mit CO₂-basierter Steuerung, Umfang der Alarmanlage, Lichtkreise und Lichtszenen.
- Konventionelle Variante nach Gewerken planen, einschließlich Regelung, Bedienung und Sensoren jedes Gewerks.
- Integrierte Variante auf Grundlage derselben Aufgabenstellung planen, ohne zusätzliche Funktionen.
- Beide Varianten nach derselben Kostenstruktur bewerten (Matrix unten).
- Nichtfinanzielle und langfristige Kennzahlen ergänzen.
- Zusatzausstattung separat als Option bewerten.
- Die Voraussetzungen, unter denen das Ergebnis gilt, bewerten und beschreiben.
Kostenmatrix
Jede Zelle wird für beide Varianten ausgefüllt. Wählen Sie einen Bereich aus, um zu sehen, was die Kostenaufstellung auf jeder Seite enthalten muss.
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Kostenmatrix · beide Varianten in derselben Struktur
| Bereich | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Heizung und Kühlung · konventionelle Variante
- Wärme- und Kältequelle
- Raumthermostate
- Steuerungseinheit für die Regelung und Stellantriebe
- Verkabelung der Thermostate
- Schutz vor Kondensation bei Flächenkühlung
- Installation, Einstellung und Inbetriebnahme der Regelung
Heizung und Kühlung · integrierte Variante
- Wärme- und Kältequelle (identisch)
- Stellantriebe (identisch)
- Temperatursensoren in Bedienelementen oder separate Sensoren
- Ausgänge für Stellantriebe und Schnittstelle zum Wärmeerzeuger
- Schutz vor Kondensation bei Flächenkühlung
- Konfiguration und Inbetriebnahme
Die Zeile „Steuerungssystem und gemeinsame Infrastruktur“ enthält Kosten, die nur bei der integrierten Variante anfallen. Wir führen sie immer auf – nichts wird versteckt. Positionen, die in beiden Varianten identisch sind (zum Beispiel Steckdosenstromkreise, Hauptzuleitung, Prüfung), werden entweder auf beiden Seiten gleich bewertet oder gleichermaßen weggelassen.
Nichtfinanzielle und langfristige Kennzahlen
- Anzahl der Endgeräte und separaten Sensoren,
- Anzahl der Bedienelemente an den Wänden,
- Anzahl separater Systeme und Apps,
- Anzahl der Gewerke mit eigener Regelung,
- Aufwand für Installation und Koordination,
- Zusammenspiel der Funktionen: Werden Informationen geteilt oder nicht?
- Service und Verantwortung: Wer ist wofür zuständig?
- Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Lebensdauer und Modernisierungsmöglichkeiten,
- Erweiterbarkeit und Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter.
Die Methodik enthält keine Endpreise. Das Ergebnis des Vergleichs gilt immer nur für ein konkretes Haus, eine konkrete Aufgabenstellung und ein konkretes Preisniveau. Wir behaupten nicht im Voraus, dass eine integrierte Lösung günstiger sein muss. Ohne konkretes Projekt lässt sich das nicht behaupten.
Ein Vergleich zeigt oft, dass der Unterschied zwischen einem konventionellen Haus und einem Smart Home weniger im Preis liegt als darin, wie effizient sich Technologien nutzen lassen, für die der Bauherr ohnehin bezahlt. Statt einer allgemeinen Behauptung, ein Smart Home sei teuer, liegt dann ein konkreter Vergleich zweier technischer Lösungen für dasselbe Haus vor.
Einen solchen Vergleich können wir für ein konkretes Haus erstellen. Ausgangspunkt ist die Kostenaufstellung für die konventionelle Variante mit derselben Aufgabenstellung. Umfang und Bedingungen vereinbaren wir individuell.
Was echte Zusatzausstattung ist
Mehr Komfort ist eine Entscheidung. Nicht der Preis der Integration.
Wenn der Bauherr dank der intelligenten Steuerung Funktionen wünscht, die es in einem konventionellen Haus gar nicht gäbe, steigt die Gesamtinvestition natürlich. Dann vergleichen wir jedoch nicht mehr denselben Ausstattungsumfang.
Grundlegendes Komfortniveau
- Zonenregelung für Heizung und Kühlung
- gesteuerte Jalousien, individuell und zentral
- Lüftung mit Wärmerückgewinnung nach CO₂
- Alarmanlage entsprechend den Anforderungen
- dimmbare Beleuchtung mit grundlegenden Lichtszenen
Erweiterte Funktionen
- mehrschichtige Beleuchtung mit vielen unabhängigen Stromkreisen
- dynamische Steuerung von Lichtfarbe und -intensität im Tagesverlauf
- komplexe Lichtszenen
- Multiroom-Audio
- weitere fortgeschrittene Automatisierung je nach Projekt, zum Beispiel Energiemanagement mit Photovoltaik und Wallbox, Bewässerung oder Pooltechnik
Bei einer konventionellen Elektroinstallation mit üblichen Schaltern würden wir vielleicht gar nicht acht unabhängige Lichtkreise in einem Raum planen, weil ihre tägliche Bedienung mit acht Schaltern unpraktisch wäre. Ein intelligentes System ermöglicht es jedoch, eine solche Beleuchtung natürlich, komfortabel und automatisch zu nutzen. Damit eröffnet es Möglichkeiten, die wir sonst gar nicht in Betracht ziehen würden.
Das ist jedoch eine bewusste Entscheidung des Bauherrn, in mehr Komfort zu investieren, und kein Beleg dafür, dass eine intelligente Elektroinstallation an sich teurer sein muss.
Im Preisvergleich bewerten wir Zusatzausstattung immer separat als optionale Position. In die Basisvariante nehmen wir keine Funktionen auf, die in der ursprünglichen Aufgabenstellung nicht enthalten sind. Im Vergleich in Kapitel 06 können Sie dies mit dem Schalter „Zusatzausstattung anzeigen“ ausprobieren.
Zwischen Basis und Zusatzausstattung gibt es eine dritte Möglichkeit: die Infrastruktur vorzubereiten. Künftige Erweiterungen sollten bereits bei der Planung und beim Bau berücksichtigt werden. Eine durchdachte Vorbereitung der Kabelwege, Leerrohre und Platzreserven im Verteiler ist meist wirtschaftlicher als nachträgliche bauliche Änderungen im fertigen Haus. Die Funktion lässt sich häufig später ergänzen; Vorbereitungen in Wänden und Konstruktionen dagegen nur schwer.
Wie ein intelligentes Haus entsteht
Sechs Phasen. Klare Rollen.
Die Dokumentation für ein intelligentes Haus entsteht nicht dadurch, dass eine Person einen Grundriss erhält und Steckdosen, Schalter und Lichtauslässe einzeichnet. Es ist ein Prozess, an dem mehrere Personen mit unterschiedlichen Spezialisierungen beteiligt sind.
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Sechs Phasen · wer daran arbeitet
- Bauherrbeschreibt Lebensweise, Anforderungen und Prioritäten
- MINALOXführt Beratungsgespräche und erfasst Funktionen nach Räumen
- Elektroplanerin dieser Phase ohne Aufgabe
- Gewerkein dieser Phase ohne Aufgabe
- Elektroinstallationsunternehmenin dieser Phase ohne Aufgabe
1. Bedarfs- und Lebensstilanalyse
Am Anfang steht ein Beratungsgespräch. Wir sprechen darüber, wie die Menschen im Haus leben werden, wie sie die Räume nutzen und was selbstständig funktionieren soll (Kapitel 01). Das Ergebnis ist eine Liste der gewünschten Funktionen und eine Übersicht nach Räumen.
2. Technisches Konzept und Koordination der Gewerke
Vor der Planung klären wir, wer welche Funktion steuert und welche Schnittstelle verfügbar ist: Wärmeerzeuger und Kältequelle, Lüftungstechnik, Fußbodenheizung und -kühlung, Beschattung, Türen und Tore, Wassertechnik, Photovoltaik und Wallbox. Ziel ist es, doppelte Thermostate und Sensoren sowie parallele Regelungen zu vermeiden.
3. Projektdokumentation
Wir bereiten alle Informationen für den Elektroplaner vor. Dieser erstellt die Projektdokumentation gemäß den einschlägigen technischen Normen, Rechtsvorschriften und konkreten Projektanforderungen. Es entstehen der Entwurf der Elektroinstallation, der Verteiler, der einzelnen Stromkreise, der Datenverkabelung, des Steuerungssystems und aller erforderlichen Verknüpfungen zwischen den Technologien.
In dieser Phase sprechen wir nicht mehr allgemein davon, dass irgendwo ein Sensor oder eine dimmbare Beleuchtung vorgesehen wird. Es gibt konkrete Mengen, Gerätetypen, Produktcodes und eine technische Lösung.
Umfang und Leistungsphase der Dokumentation sowie etwaige Anforderungen an eine Planungsbefugnis werden stets gemäß dem konkreten Projekt und den geltenden Rechtsvorschriften festgelegt.
Je nach Projektumfang kann die Dokumentation Folgendes enthalten: Funktionsbeschreibung, Raumübersicht, Liste der Ein- und Ausgänge, Topologie des Steuerungssystems, Verteiler- und Verdrahtungsplan, Kabelplan mit Legende, Grundrisse mit Endgeräten, Liste der Integrationsschnittstellen, technischen Bericht, Mengenverzeichnis, Liste der Reserven und künftigen Vorbereitungen sowie eine Checkliste für die Inbetriebnahme.
4. Kostenaufstellung, Beratung und Optimierung
Mit dem fertigen technischen Entwurf folgt eine weitere Beratungsrunde. Wir bewerten die einzelnen Technologien und Komponenten und besprechen mit dem Bauherrn nicht nur ihre Funktion, sondern auch die wirtschaftliche Seite der Gesamtlösung. Das halten wir für außerordentlich wichtig.
Sollte sich zeigen, dass bestimmte Funktionen angesichts des Budgets nicht sinnvoll sind, können wir den Entwurf anpassen, einige Technologien vereinfachen, die Umsetzung in Etappen aufteilen oder die Infrastruktur für eine spätere Ergänzung vorbereiten. Hier gelten die Regeln für einen fairen Vergleich aus den Kapiteln 06 bis 08.
5. Übergabe der Dokumentation an das ausführende Unternehmen
Wenn alles freigegeben und das Budget akzeptabel ist, schließen wir die Projektdokumentation ab und übergeben sie dem Elektroinstallationsunternehmen, das die Leitungen auf der Baustelle danach ausführt.
6. Lieferung der Komponenten und anschließende Integration im vereinbarten Umfang
Anschließend übernehmen wir nach gemeinsamer Vereinbarung die Abschlussphase. Wir liefern Komponenten für die intelligente Steuerung, Beleuchtung und gegebenenfalls weitere Technologien. Je nach vereinbartem Umfang übernehmen wir die Konfiguration, Programmierung und Integration des Gesamtsystems. Die Montage und der Anschluss auf der Baustelle erfolgen durch fachlich qualifizierte ausführende Unternehmen. Das Ergebnis soll ein funktionsfähiges Gesamtsystem sein und nicht mehrere separate Technologien, die nicht miteinander kommunizieren können.
Unsere Rolle
MINALOX ist weder Bauunternehmen noch Elektroinstallationsbetrieb. Wir führen keine üblichen Elektroinstallationsarbeiten auf Baustellen aus. Wir stemmen keine Schlitze, verlegen keine Kabel, montieren keine Gerätedosen und übernehmen weder die Montage noch die standardmäßige Elektroinstallation auf der Baustelle.
Für den Bauherrn ist es in der Regel effizienter, wenn diese Arbeiten ein Elektroinstallationsunternehmen ausführt, das er kennt, oder ein Unternehmen, das auf genau diese Art der Umsetzung spezialisiert ist. Unsere Aufgabe ist es, eine so hochwertige Planung vorzubereiten, dass ein übliches, fachlich qualifiziertes Elektroinstallationsunternehmen danach arbeiten kann.
MINALOX plant technische Lösungen, übernimmt die vereinbarten Planungs- und Koordinationsleistungen und liefert Komponenten und Technologien. Konfiguration, Programmierung und Integration können je nach konkret vereinbartem Umfang Teil der Zusammenarbeit sein. Die Verantwortung für die Elektroinstallation und den Anschluss der einzelnen Technologien tragen die ausführenden Unternehmen im Rahmen ihres Lieferumfangs.
Der Umfang der Zusammenarbeit wird immer für das konkrete Projekt vereinbart. Die einzelnen Phasen können auch separat beauftragt werden.
Warum eine solche Dokumentation mehr kostet
Eine solche Projektdokumentation ist meist wesentlich aufwendiger als eine übliche Dokumentation der Elektroinstallation eines Einfamilienhauses. Der Grund ist weniger die eigentliche Komplexität der Zeichnungen als vielmehr der Arbeitsaufwand, der ihnen vorausgeht: viele Stunden Beratung, technische Planung, Koordination verschiedener Gewerke, Projektierung und Kostenaufstellung. Es ist nicht nur ein Elektroinstallationsplan. Es ist ein Entwurf dafür, wie das Haus funktionieren wird.
Zwischen den Kapiteln
Die Planungsphilosophie ist kein Produkt
Unser Ansatz ist weder eine patentierte Technologie noch eine exklusive technische Lösung. Er beschreibt, wie wir Technologien auswählen, planen und integrieren. Deshalb trennen wir ihn konsequent von einem konkreten Angebot von MINALOX.
Planungsphilosophie
gilt unabhängig von Marke und Anbieter- bei der Lebensweise beginnen, nicht bei der Technik
- das Funktionieren des ganzen Hauses planen, bevor Technologien ausgewählt werden
- Informationen teilen und Doppelungen vermeiden, wo es sinnvoll ist
- separat belassen, was separat bleiben muss
- Vergleichbares vergleichen und Zusatzausstattung separat bewerten
- dem Bauherrn vor der Umsetzung eine informierte Entscheidung über Funktionen und Kosten ermöglichen
Konkretes Angebot von MINALOX
immer entsprechend dem vereinbarten Umfang- Beratung und technisches Konzept
- Koordination der Technologieschnittstellen
- Projektdokumentation im für das konkrete Projekt festgelegten Umfang
- Kostenaufstellung und Lösungsoptimierung
- MINALOX-Beleuchtung
- Lieferung von Komponenten und Technologien des Steuerungssystems; als Plattform verwenden wir häufig Loxone, aber es ist nicht die einzige Möglichkeit
- Konfiguration, Programmierung und Integration gemäß dem vereinbarten Umfang
Kapitel 10 · P1 · P2 · P3
Ein Haus, das für den Menschen arbeitet
Das Ziel ist kein Haus, das per Mobiltelefon gesteuert wird.
Das Ziel ist ein Haus, das versteht, was wir von ihm benötigen, und die meisten alltäglichen Aufgaben natürlich und automatisch erledigt.
In einer Präsentation lässt sich das Prinzip erklären. Den tatsächlichen Wert eines intelligenten Hauses erkennt man jedoch am besten im Alltag. Es geht nicht darum, was das System alles kann. Es geht darum, wie wenig man sich darum kümmern muss, wenn es richtig geplant ist.
Deshalb stehen für uns nicht in erster Linie Technologien im Mittelpunkt. Es geht darum, wie wir dank ihnen bessere Häuser planen können.
Michal ŠvecFounder & Executive Director, MINALOX
- P1
Das Haus beginnt beim Menschen - P2
Integrierte Steuerung statt Vervielfachung der Technik - P3
Wir vergleichen Vergleichbares
Beginnen wir mit einem konkreten Haus
An einem konkreten Projekt können wir am besten zeigen, welche Funktionen sinnvoll intelligent gesteuert werden, was dagegen nicht unnötig kompliziert werden muss und wie das Gesamtkonzept so geplant werden kann, dass der Bauherr einen echten Mehrwert zu angemessenen Kosten erhält. Eine praktische Vorführung einer geeigneten Installation vereinbaren wir individuell.
Anhang
Was dieses Dokument nicht behauptet
- Es behauptet nicht, dass ein intelligentes Haus immer günstiger ist.
- Es nennt keine allgemeinen Energieeinsparungen oder Prozentwerte. Automatisierung kann helfen, unnötigen Betrieb zu begrenzen; der tatsächliche Nutzen hängt vom Projekt und der Nutzung ab.
- Es behauptet nicht, dass ein zentrales System die gesamte Regelung der einzelnen Hersteller oder die Geräte der einzelnen Gewerke ersetzt.
- Es behauptet nicht, dass jede integrierte Alarmanlage automatisch bestimmte Zertifizierungs-, Norm- oder Versicherungsanforderungen erfüllt.
- Es beschreibt weder eine patentierte noch eine exklusive Lösung. Es beschreibt eine Vorgehensweise zur Planung, Koordination und Integration verfügbarer Technologien.
Anhang
Begriffe
- Integrierte Steuerung
- Ein Steuerungssystem koordiniert mehrere Haustechnologien und teilt Informationen zwischen ihnen.
- Zentrale Logik
- Regeln, nach denen das System entscheidet, zum Beispiel: Ein geöffnetes Fenster begrenzt die Heizung im Raum.
- Schnittstelle
- Die Art und Weise, wie eine Technologie mit dem Steuerungssystem verbunden wird, zum Beispiel über Modbus, 0–10 V, einen potenzialfreien Kontakt oder DALI.
- Zonenregelung
- Separate Temperaturregelung in den einzelnen Räumen oder Zonen.
- Lichtszene
- Gespeicherte Einstellung mehrerer Lichtkreise, die mit einem einzigen Befehl aktiviert wird.
- Vergleichbares Komfortniveau
- Derselbe Funktionsumfang bei beiden verglichenen Varianten.
- Zusatzausstattung
- Funktionen über die verglichene Aufgabenstellung hinaus, die separat bewertet werden.
- Vorbereitung der Infrastruktur
- Verkabelung, Leerrohre und Reserven für Funktionen, die später ergänzt werden.